NauticTools2

Gezeiten

Wassertiefe berechnen – Kartentiefe, Höhe der Gezeit und Wasser unter dem Kiel

Komme ich mit meinem Kiel noch über die Flachstelle? NauticTools2 rechnet aus Kartentiefe und Höhe der Gezeit die Wassertiefe, vergleicht das Wasser unter dem Kiel mit dem Sicherheitsabstand und nennt die Höhe der Gezeit, die mindestens nötig ist. Mit Schiebern und einer Schnittgrafik lässt sich direkt ausprobieren, was passiert, wenn das Wasser steigt oder fällt.

Eingaben, Schieber und die Schnittgrafik mit dem Schiff über dem Meeresboden.

Was ist die Wassertiefe?

In der Seekarte steht nicht, wie viel Wasser gerade da ist, sondern die Kartentiefe (KT): die Tiefe unter dem Seekartennull (SKN). Das Wasser steht meist höher als das SKN, der Unterschied ist die Höhe der Gezeit (HdG). Beide zusammen ergeben die tatsächliche Wassertiefe. Weil sich KT und HdG auf dasselbe SKN beziehen, spielt dessen genaue Definition für die Rechnung keine Rolle.

Skizze: Schiff im Schnitt mit Wasserstand, Seekartennull und Meeresboden, dazu Kartentiefe, Höhe der Gezeit und Wassertiefe Wasserstand Seekartennull (SKN) Meeresboden Sicherheitsabstand Wasser unter dem Kiel WT HdG KT
Nicht maßstäblich: Die Wassertiefe ist die Kartentiefe plus die Höhe der Gezeit.

Wann braucht man das?

Rechenweg

WT = KT + HdG
  1. Wassertiefe

    Kartentiefe und Höhe der Gezeit addieren.

  2. Wasser unter dem Kiel

    Den Tiefgang von der Wassertiefe abziehen.

  3. Vergleich mit dem Sicherheitsabstand

    Das Wasser unter dem Kiel muss mindestens so groß sein wie der Sicherheitsabstand (SA).

  4. Nötige Höhe der Gezeit

    HdG mindestens = Tiefgang + SA − KT. Dieser Wert ist die Brücke zu den Gezeiten-Werkzeugen.

Beispiel, Schritt für Schritt

Eine Yacht mit 1,80 m Tiefgang will mit 0,50 m Sicherheitsabstand über eine Stelle, die in der Karte mit 1,5 m trockenfallend eingetragen ist (KT = −1,5 m). Die Höhe der Gezeit beträgt 4,06 m, wie im Beispiel unter Gezeiten BSH. Reicht das Wasser?

Wassertiefe: −1,50 + 4,06 = 2,56 m
Wasser unter dem Kiel: 2,56 − 1,80 = 0,76 m
Vergleich: 0,76 m ≥ 0,50 m, das Wasser reicht
Nötige Höhe der Gezeit: 1,80 + 0,50 + 1,50 = 3,80 m

Trägt man die 3,80 m in Gezeiten BSH oder Gezeiten ATT als gesuchte Mindesthöhe ein, nennen diese Werkzeuge die Uhrzeiten, in denen die Stelle passierbar ist.

Worauf man achten sollte

So geht es in NauticTools2

  1. Art der Schifffahrt wählen

    Oben stehen Sportschifffahrt und Berufsschifffahrt. Die Wahl legt die Bereiche der Schieber, den Maßstab der Grafik und das gezeichnete Schiff fest. Bei Sport reicht die Kartentiefe von −3 bis 10 m und die Höhe der Gezeit von 0 bis 8 m, bei Beruf von −2 bis 25 m und von 0 bis 10 m.

  2. Werte eingeben

    Tiefgang, Sicherheitsabstand, Kartentiefe und Höhe der Gezeit eintragen. In der Berufsschifffahrt gilt der Sicherheitsabstand wahlweise in Metern oder in Prozent vom Tiefgang.

  3. Mit den Schiebern ausprobieren

    Kartentiefe und Höhe der Gezeit lassen sich auch mit den Schiebern einstellen. Grafik, Ergebnis und Rechenweg folgen sofort.

  4. Grafik lesen

    Der Schnitt zeigt Meeresboden, SKN, Wasserstand und das Schiff. Reicht das Wasser, ist das Schiff grün, sonst rot.

  5. Speichern und drucken

    Speichern und Laden merken sich eine Rechnung, das Protokoll enthält Eingaben, Ergebnis und Rechenweg.

Häufige Fragen

Woher bekomme ich die Höhe der Gezeit?

Aus der Gezeitentafel oder aus den Werkzeugen Gezeiten BSH, Gezeiten ATT und Simplified Harmonic Method.

Wie gebe ich eine trockenfallende Stelle ein?

Als negative Kartentiefe. Eine unterstrichene 15 in der Seekarte bedeutet 1,5 m trockenfallend und wird als −1,5 eingegeben.

Wie groß sollte der Sicherheitsabstand sein?

Das hängt von Schiff, Revier, Grund und Seegang ab. Er muss alles abdecken, was das Werkzeug nicht rechnet, also Wind, Luftdruck, Seegang, Squat und Krängung.

Verwandte Werkzeuge

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