Gezeiten
Gezeitenrechnung nach ATT – mit Tidal Prediction Form und „Passieren einer Barre“
NauticTools2 rechnet Hoch- und Niedrigwasser eines Secondary Port nach dem britischen Verfahren der Admiralty Tide Tables (ATT) und stellt das Ergebnis genau so dar wie das Tidal Prediction Form der SSS- und SHS-Prüfung. Danach beantwortet das Werkzeug die klassische Prüfungsfrage: Wie viel Wasser steht zu einer bestimmten Zeit – oder wann kann ich eine Barre mit meinem Tiefgang passieren?
- Admiralty Tide Tables
- Tidal Prediction Form
- SSS · SHS
- Seasonal Changes
- Mean Spring and Neap Curves
- Rechenweg Schritt für Schritt
Was das Werkzeug rechnet
- Hoch- und Niedrigwasser am Secondary Port aus der Tagesvorhersage des Standard Port, mit Zeitunterschieden (Time Differences) und Höhenunterschieden (Height Differences) aus ATT Part II.
- Spring, Mean oder Neaps automatisch aus Neu- bzw. Vollmond und der Springverspätung des Standard Port.
- Seasonal Changes (saisonale Änderung des mittleren Wasserstands) für Standard und Secondary Port.
- Wasserhöhe zu einer Zielzeit oder das Zeitfenster für eine Mindesthöhe, also „von wann bis wann steht genug Wasser über der Barre“ – mit den digitalisierten Mean Spring and Neap Curves der Tide Tables.
- Time on Board: auf Wunsch alle Zeiten zusätzlich in Bordzeit, z. B. UT+2 für MESZ.
Zu jeder Rechnung zeigt NauticTools2 den Rechenweg in der Reihenfolge des Formulars: Status, Seasonal Changes, Interpolation der Zeit- und Höhendifferenzen, Ergebnis am Secondary Port und die Ablesung an der Tidenkurve. So lässt sich jede eigene Rechnung auf dem Papier Zeile für Zeile vergleichen.
Schritt für Schritt: von den Übungsdaten zur fertigen Rechnung
Die Daten der Admiralty Tide Tables 2005, mit denen die SSS- und SHS-Prüfung arbeitet, sind in NauticTools2 bereits enthalten: 12 Standard Ports, über 200 Secondary Ports, die Seasonal Changes und die Tidenkurven. Sie werden aber erst auf Wunsch geladen, damit die Listen bei allen anderen Nutzern leer bleiben.
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Standard-Port-Verwaltung öffnen
Auf der Startseite die Kachel Standard Ports antippen. Sie steht bei den Verwaltungs-Kacheln neben Einstellungen, Wegpunkten und Bezugsorten.
Die Kachel „Standard Ports“ auf der Startseite. -
Übungsdaten hinzufügen
Den Knopf SSS/SHS-Übungsdaten (ATT 2005) hinzufügen drücken. Eine Meldung nennt, wie viele Einträge übernommen wurden. Vorhandene eigene Einträge bleiben unverändert, und das Paket lässt sich jederzeit erneut laden oder mit SSS/SHS-Übungsdaten entfernen wieder herausnehmen.
Ein Klick lädt alle Prüfungsdaten der ATT 2005. Tipp: Solange noch kein Standard Port angelegt ist, bietet auch das Werkzeug „Gezeiten ATT“ selbst diesen Knopf an.
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„Gezeiten ATT“ öffnen und den Hafen suchen
Zurück auf der Startseite die Kachel Gezeiten ATT öffnen. Ganz oben im Suchfeld den Namen oder die Nummer des gesuchten Hafens eingeben, z. B. „St. Mary's“ oder „1“. Ein Treffer wählt den Secondary Port und den passenden Standard Port gleichzeitig aus – auch bei Häfen wie Plymouth oder Helgoland, die im Buch in mehrere Abschnitte (I, II) mit eigenen Zeitköpfen geteilt sind.
Die Suche findet Secondary und Standard Ports über Name oder Nummer. -
Tagesvorhersage des Standard Port eintragen
Datum, Uhrzeit und Höhe von Hoch- und Niedrigwasser aus der Tagesvorhersage des Standard Port eintragen – in der Zeitzone, die im Buch über der Tafel steht. Das erste Datum wird automatisch in die übrigen leeren Datumsfelder übernommen. Wer an Bord eine andere Zeit führt, wählt sie unter Time on Board.
Eingaben und Formular stehen bewusst auf Englisch und mit Dezimalpunkt, so wie im Buch und im Prüfungsformular.
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Tidal Prediction Form berechnen
Berechnen füllt das Formular: Kopf mit beiden Häfen, Status (Springs, Mean oder Neaps eingerahmt), die Zeilen Standard Port, Seasonal Change, StP corrected, Differences, Secondary Port und Duration.
Das Tidal Prediction Form, aufgebaut wie das Formular der Prüfung. -
Passieren einer Barre
Erst jetzt erscheint der Block Passieren einer Barre – wie in den Instructions der Tide Tables kommt zuerst die Gezeitenrechnung, dann die Frage nach Höhe oder Zeit. Wählbar sind:
- Wasserhöhe zu einer Zielzeit: Wie hoch steht das Wasser um 14:30?
- Zeitfenster einer Mindesthöhe: Von wann bis wann stehen mindestens 2,90 m?
Mit dem Schieberegler unter der Tidenkurve lässt sich die Zeit verschieben oder eine Höhe an der Kurve ablesen.
Zeitfenster für eine Mindesthöhe, abgelesen an der ATT-Tidenkurve. -
Rechenweg, Drucken und Speichern
Unter Rechenweg steht jeder Zwischenschritt. Das Druckprotokoll enthält Formular, Tidenkurve und Rechenweg auf möglichst wenigen Seiten. Mit Speichern lassen sich Häfen, Tageswerte und Aufgabe als Eingabesatz ablegen und später wieder laden.
Ein fertiges Beispiel ansehen
Mit den Übungsdaten kommt auch das Beispiel „St. Mary's 2005 (Example I)“ aus den Instructions der Tide Tables. In „Gezeiten ATT“ über Laden auswählen – alle Werte sind dann eingetragen, und das Ergebnis lässt sich direkt mit dem Buch vergleichen.
Eigene Häfen aus aktuellen Tide Tables
Wer mit einem aktuellen Jahrgang der Admiralty Tide Tables segelt, legt seine Häfen in der Standard-Port-Verwaltung selbst an: Standard Port mit Zeitköpfen, Pegeln (MHWS, MHWN, MLWN, MLWS) und Springverspätung, dazu die Secondary Ports mit ihren Differenzen genau so, wie sie im Buch stehen. Felder mit § oder ⊙ bleiben leer – NauticTools2 rechnet dann nicht mit 0 weiter, sondern meldet, dass die Tafel keinen Wert angibt.
Nicht für die Navigation: Alle Gezeitenwerte sind Näherungsberechnungen für Ausbildung, Prüfungsvorbereitung und Törnplanung. Wind und Luftdruck verändern die tatsächliche Gezeit zusätzlich. Maßgeblich für die Navigation sind die amtlichen Gezeitentafeln.
Verwandte Werkzeuge
- Gezeiten BSH – Wasserhöhe nach dem Verfahren der deutschen BSH-Gezeitentafeln
- Mein Revier (BSH) – Hoch- und Niedrigwasser automatisch aus einer importierten Station
- Alter der Gezeit – Spring-, Mitt- oder Nippzeit zu einem Datum
NauticTools2 ist kostenlos und läuft unter Windows 10 und 11. Eine Android-Version ist in Vorbereitung.
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